AUF DEM FÜRSTIN-GINA-WEG ZUM BETTLERJOCH
Die „Route 66“, der Liechtensteiner Höhenweg (markiert mit einer weiß-grünen 66 auf den bekannten gelben Schildern) zählt fraglos zu den schönsten und eindrucksvollsten Höhenwanderungen im Alpenraum. Vielgerühmt und oft beschrieben folgt die Route fast durchwegs den Ausläufern des Rätikons, hoch über dem Alpenrheintal. 4 Tage darf man sich für die Strecke zwischen Malbun und Ruggell gönnen und übernachtet dabei in zwei Berghütten des Liechtensteiner Alpenverein und im Dorf Steg.
Bequeme überwinden die 400 Höhenmeter von Malbun zum Sareiserjoch schwebend mit der Sesselbahn. Es folgt eine herrliche Gratwanderung auf dem „Füstin-Gina-Weg“ über den Augstenberg zur Pfälzerhütte. Es lohnt sich nach der wohlverdienten Rast auf der Terrasse der Pfälzerhütte im schönen Nachmittagslicht noch den Naafkopf anzuhängen. In 2570 Metern Höhe steht man auf dem zweithöchsten Berg des Fürstentums und vor einem unvergleichlichen 360°-Alpenpanorama.
TALWANDERUNG ODER ALPINE ROUTE
Nach der Nacht am Bettlerjoch wird die „Route 66“ vorübergehend zur gemütlichen Talwanderung durch das Valünatal nach Steg – es sei denn man wagt sich an die alpine Variante und nimmt Rappenkopf, Goldlochlochspitz und Kolme noch mit. Aber Vorsicht. Der Weg über den „grünen Dachfirst“ zwischen Rheintal und Valünatal ist stellenweise nicht ganz einfach. Schwindelfrei und trittsicher zu sein ist in den steilen Flanken sicher kein Fehler und eine gute Vorbereitung für den folgenden Tag.
FÜRSTENSTEIG: FELSENABTEUER WOHL KALKULIERT
Der Fürstensteig ist zweifellos das Sahnestück des Liechtensteiner Panoramawegs. Der Abschnitt lässt sich über das „Chemi“ leicht umgehen – aber den grandiosen Gang durch die Steilwände darf man sich nicht entgehen lassen. Auf schmalem Weg, stets gut abgesichert, geht es durch die jähe Steilflanke des Alpspitz von Gaflei (Parkplatz, Aussichtsturm, InfoPoint) zum Gafleisattel und am Grat entlang auf den Kuhgrat. Am benachbarten Garsellikopf kann man sich wieder entscheiden: auf Bergwanderwegen um die Felstürme der Drei Schwestern herum oder auf einer klettersteigähnlichen Routenführung direkt darüber hinweg.
Nach dem langen Abstieg von der urgemütlichen Gafadurahütte nach Planken und Nendeln folgt gemütliches Auslaufen über den historisch bedeutsamen Eschnerberg nach Ruggell. Zwei Burgruinen und ein aussichtsreicher Firstweg beschließen das Bergabenteuer im Fürstentum Liechtenstein.
[Bodensee Ferienzeitung, Herbst 2024]