Sonderbeilage Nature Fitness: Thüringens Topwege
Letzte Nebelschwaden ziehen am frühen Morgen noch durch dichte Wälder, klammern sich an knorrige Äste und verlieren doch den Kampf gegen die Sonne. Zeit zum tiefem Durchatmen, zum Stiefel schnüren und Loswandern.
Mit jedem Schritt fällt ein Stück Last ab, der Alltagsstress kann nicht mehr mithalten, bleibt bald weit zurück und gibt schließlich auf. Ein würziger Duft aus Tannenharz und feuchtem Moos erfüllt die Luft. Über den Baumwipfeln ist der Ruf eines Bussards zu hören. Irgendwo raschelt es im Unterholz. Blumen malen bunte Tupfer in grüne Wiesen. Einsame Hochmoore und dichte Fichtenwälder liegen am Weg, sie scheinen etliche Geheimnisse zu hüten. Wer nie auf dem Rennsteig gewandert ist, wird uns wahrscheinlich kein Wort glauben.
Wandern in Thüringen – das heißt für viele automatisch: Rennsteig. Dieser Thüringer Vorzeigeweg, 2008 zum »Qualitätsweg Wanderbares Deutschland« geadelt, ist noch immer die bekannteste Route im Wanderland Thüringen. Und das seit 1330. Natürlich war der »Rynnestig« damals kein Wanderweg im heutigen Sinne, sondern Grenzweg über den zentralen Hauptkamm von Thüringer Wald, Frankenwald und Thüringer Schiefergebirge.
Der exponierte Verlauf über die höchsten Berge im Herzen Deutschlands ist jedoch nur einer der Gründe, warum der Rennsteig so beliebt ist. Eine Mischung aus Naturerlebnis, Kultur, geologischen Phänomenen, dem Wissen auf Deutschlands ältestem Wanderweg zu wandern und viel Tradition machen den Charme des Rennsteigs aus. So ist es bis heute Brauch, am Beginn der Tour einen Stein aus der Werra aufnehmen, bis zum Ende an der Saale in seiner Tasche zu tragen und ihn dort wieder ins Wasser zu werfen. Wer es so macht, dem steht zukünftig das Glück zur Seite.
Eine wunderbare Verheißung…
