Bodensee Strandbäder & Thermen

Passend zur aktuellen Hitzewelle ist seit wenigen Tagen der neuste und aktuellste Führer über die Strandbäder und Thermen am Bodensee erschienen. Mit tatkräftiger Vorarbeit von Borahm Cho wurden 80 bekannte und weniger bekannte Badestellen  rund um den Bodensee beschrieben. Denn was wäre schon eine sommerliche Runde auf dem Bodensee-Radweg oder ein Stadtbummel, ohne sich an heißen Tagen bei einem Sprung ins Nass des drittgrößten Binnensees Mitteleuropas zu erfrischen? Die Palette der „offiziellen“ Badestellen reicht von urigen Naturstrandbädern bis hin zu architektonisch durchgestylten Thermalbädern. Allen gemein sind eine durchweg gut gepflegte Infrastruktur und die ausgezeichnete Wasserqualität. Im Bodensee baden heißt in Trinkwasser baden. Immerhin kommt allein in Baden-Württemberg bei mehr 4 Millionen Menschen, sogar in Stuttgart, ein Stück Bodensee aus dem Wasserhahn. Dank des milden Klimas ist die Wassertemperatur im See zwischen spätestens Juni und mitunter bis in den Oktober hinein angenehm badefreundlich. Wer doch fröstelt, hält sich an Freibäder und kleine Badeseen im Hinterland oder besucht eine der Thermen rund um den See.

Baden im Bodensee hat Tradition. In Lindau, Bregenz, Rorschach und Arbon haben sich Bäder aus den Anfängen der Badekultur erhalten. Schon die Architektur der Badeanstalten ist ein Augenschmaus. Schon in den 20-er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden am Bodensee die ersten öffentlichen Strandbäder eingerichtet. Seinerzeit noch streng getrennt nach Frauen und Männern. Heute geht es weit lockerer zu. Längst sind die von strengen Sittenwächtern überwachten Strandbäder zu Freizeiteinrichtungen mit allem Drum und Dran geworden. Es fehlt in kaum einem Bad an Badeflössen und Rutschen, Spielplätzen und Sprungtürmen. Beachvolleyballplätze und Badmintonnetze sind Standard; Minigolfbahnen, Fußballtore oder Bocciabahnen weit verbreitet. Wer Action sucht wird am Bodensee leicht fündig, wer Ruhe und Entspannung sucht ebenso. Tatsächlich bietet der See für jede Lust und Laune etwas.

Best of Wandern 2.0

Mit gemischten Gefühlen bin ich vor gut einem dreiviertel Jahr zu einem Treffen mit Verena Weiße in Friedrichshafen gefahren. Ob ich wieder bei Best of Wandern einsteigen wolle? Unter ihrer Führung solle die Kooperation wieder neuen Wind bekommen. Das Produkt hatte mich schon immer überzeugt, die Art der Umsetzung zuletzt umso weniger. Neugier und Vorfreude nach der langen Pause wieder einmal in liebgewonnene Regionen zu fahren haben mich trotz frisch operiertem Fuß nach FN fahren lassen.
Es hat sich in jeder Hinsicht gelohnt!

Shootings und Recherchetrips für die neue Best of Wandern Broschüre führten mich im vergangenen Herbst und Winter wieder einmal in die Ammergauer Alpen, nach Winterberg und in die heißgeliebte Surselva, zudem ins faszinierende Müllerthal in Luxemburg und in den wohlbekannten Hochschwarzwald. Auf dem Programm standen nicht die üblichen Landschaftsbildchen, sondern durchdachte Themenshootings, passend zu spannenden Wanderevents in 2010 in den jeweiligen Regionen. Visuell eingebunden wurden die jeweiligen Herstellerpartner: Da ging es um Eskimovents mit Iglubauen und TUBBS-Schneeschuhtouren zwischen Bad Kohlgrub und Oberammergau, Nachtwanderungen am Feldberg, Outdoor-Camps mit LEKI und Vaude im Sauerland, GPS-Wanderungen über der Rheinschlucht oder Zeiss-Entdeckertouren zwischen den Felstürmen rund um Echternach.

Danke für das Vertrauen, danke für die tolle Zusammenarbeit.
Coole Sache, hat richtig Spaß gemacht!

Cumbria Way – Bergwandern im Lake District

[Bild nicht gefunden]Briten sind begeisterte Wanderer – vielleicht das wanderbegeistertste Volk der Welt. Manchmal hat man an Wochenenden bei der vergeblichen Suche nach einem Parkplatz nahe der Berge das Gefühl, die Bewohner sämtlicher Ballungszentren des Königreichs würden sich geradezu in die Berggruppen des Landes ergießen. Erstaunlich, wie sich die Schar Gleichgesinnter dann doch in den Weiten der „Moors“ und „Hills“ verliert. Wer noch den Vorteil genießen kann, unter der Woche und abseits jeder Ferienzeiten unterwegs zu sein, der erlebt Wander- und Bergfreuden, die zum immer wieder Herkommen animieren.

Die höchsten Berge Englands finden sich sämtlich auf dem relativ kleinen Raum des Lake Districts im englischen Nordwesten, etwa auf halber Strecke zwischen dem Ballungsraum von Manchester und Liverpool und den schottischen Borderlands. Ganz anders als die „rolling hills“ der Yorkshire Dales überrascht das am Scafell Pike gerade einmal maximal 978 Meter hohe Bergland als Mix aus wild zerrissenen, von Schuttriesen durchfurchten Bergflanken, tief eingeschnittenen Tälern, aufgefüllt mit fjordartig langgestreckten Seen, aber auch unendlich weiten, völlig menschenleeren Hochflächen. Auf den ersten Eindruck erinnert vieles an eine Miniaturausgabe der schottischen Highlands.

Cumbria Way – ups and downs im Lakeland
Der Cumbria Way verläuft kreuz und quer durch den Lake District von Ulverston im Süden über das zentral gelegene Keswick bis Carlisle und steuert dabei so ziemlich jede Ecke im und um den Nationalpark an. Meist bewegt sich der seit den siebziger Jahren bestens markierte Wanderweg in den unteren Etagen der Berge, gibt aber an der einen oder anderen Passüberquerung beste Gelegenheiten Gipfel mitzunehmen. Start der fünf- bis sechstägigen Route ist im historischen Marktstädtchen Ulverston, der Geburtsstadt von Stan Laurel. Dem Slapstickduo Stan & Olli ist natürlich auch ein kleines Museum gewidmet, das den Besuch wirklich lohnt. Mit einem Schmunzeln im Gesicht wandert man dann am Nordufer des herrlichen Coniston Water in den gleichnamigen Ferienort und anderentags weiter in die unfassbar idyllischen Täler Little und Great Langdale. Jeder Liebhaber stiller englischer Landschaften wird hier ganz genau hinschauen, ob nicht eines der putzigen Cottages zum Verkaufen ausgeschrieben ist. Ein Traum!

Stolze Gipfel zum Mitnehmen
Der Cumbria Way klettert vom Talende des Great Langdale hinauf zum Stake Pass und wieder hinunter ins Borrowdale, um nach Keswick zu gelangen. Wer gut zu Fuß, trittsicher und wetterfest ist, wagt sich für zwei Tage ein Stockwerk höher hinauf. Ein zweitägiger Umweg führt von den Hotels und Guesthouses unter dem Wasserfall Dungeon Ghyll im Talkessel des Great Langdale zum kleinen See Red Tarn und mit kurzer 10-Meter-Klettereinlage über die bizarren Felsköpfe der Cringle Cracks zum 905 Meter hohen Bow Fell. Wie fast immer an britischen Bergen lässt sich auch diese „Schlüsselstelle“ leicht umgehen, was die Tour aber an Reiz einbüßen lässt. Mit kurzem Zwischenabstieg zum Esk House geht es dann auf das sprichwörtliche Dach Englands und zum Abschluss weit hinab ins Wasdale. Der zweite Tag nimmt wieder die ursprüngliche Richtung auf. Ein unangenehm zu gehender Schuttsteig zieht sich durch die massive Südflanke des Great Gable, der am Weg liegt und von Sty Head leicht bestiegen werden kann. An kleinen Wasserfällen entlang gehend treffen sich Wanderer und „Mountainieers“ spätestens in Seatoller wieder, um gemeinsam ins quirlige Keswick am Ufer des Derwent Water zu wandern.

Sharp Edge – Herausfoprderung für “hillwalker”
Mutige gönnen sich noch ein echtes Lakeland-Highlight. Sharp Edge am felsigen Gipfelmassiv des Blencathra gilt als eine der schwierigsten Wanderrouten der Insel und macht seinem Namen als messerscharfer Grat alle Ehre. Auch hier können die haarigsten Stellen wieder umgangen werden, aber, anders als sonst, nicht vollständig! Der an einen Drachenschwanz erinnernde Grat ist nichts für Nervenschwache und verlangt absolute Schwindelfreiheit. Wer es kann, genießt puren Spaß hoch über den glänzenden Wassern von Scales Tarn und vor den zentralen Pennines am Horizont. Alles danach ist lockeres Auslaufen über Caldbeck ins historische Carlisle.

Empfohlene Literatur von Cicerone Press:
Great Mountain Days in the Lake District
The Cumbria Way and the Allerdale Ramble

Berner Oberland: Im Angesicht der Gletscherriesen

Grindelwald, 7:47 Uhr. Ein Pfiff. Es ruckt kurz. Langsam rollt der grün-gelbe Zug der Wengernalpbahn an, verlässt den Bahnhof und setzt zu einem Downhill in den Talgrund an. Die richtige Platzwahl ist vor der Kehrtwende im Bahnhof Grund wichtig. Jetzt füllt sich der Zug. Rechts sitzen verheißt Aussichten auf grüne Vorberge. Links der gewaltige Blick auf die Eiger-Nordwand. Ankunft Kleine Scheidegg, umsteigen!

Die Farbgebung Rot der Jungfraubahn harmoniert wunderbar mit grünen Wiesen, weißen Gletscherbergen und dem Blau des Himmels. Es geht weiter bergauf. Sekunden nach der Station Eigergletscher taucht die zahnradbetriebene Bahn plötzlich aus dem gleißenden Licht der Morgensonne in die Finsternis ein. Wir sind im Berg. Der Zug gleitet scheinbar mühelos bergwärts, mitten durch die Wand, vorbei an den Schauplätzen von Tragödien und Triumphen, die sich da draußen abspielten.

Die Schweizer Ferienorte Grindelwald, Wengen, Mürren und Lauterbrunnen im Berner Oberland liegen zu Füßen der mächtigen Bergkolosse Eiger, Mönch und Jungfrau. Zu lesen in der neuen Ausgabe von NATURE FITNESS.

Spanien: Picos de Europa – Peña Vieja

Graue Kalkriesen über grünen Hügeln und Tälern mit Meerblick. So könnte man die Picos de Europa in aller Kürze beschreiben. Aber da weht mehr um diese Berge als nur der ewige Wind. Die Seefahrer und Fischer Kantabriens haben sie „Felszacken Europas“ genannt, denn sie waren das Erste was sie nach Wochen auf See vom geliebten Land sahen. Die „Dolomiten Spaniens“ ragen keine 20 Kilometer Luftlinie vom Atlantik entfernt am Torre de Cerredo bis in 2.648 Meter Höhe auf. Auf den ersten Blick fast ansatzlos, auf den zweiten erschreckend steil, mit senkrecht empor strebenden bleichen Felszinnen und -pfeilern gegen den mal strahlend blauen und im nächsten Moment wolkenumfegten Himmel, den Türmen einer Kathedrale gleich. Die eindrucksvolle Anzahl von mehr als 200 Zweitausendern auf gerade einmal 300 Quadratkilometern macht deutlich, wie zerrissen und gipfelreich das kleine Gebirge im grünen Norden Spaniens ist. Geographisch werden die “Picos” der Cordillera Central zugeordnet, die wie eine breite Schutzmauer die kastilischen Ebenen vor den Stürmen aus dem Norden zu schützen scheint.

Peña Vieja – der „Alte Fels“
Einer der ganz großen Gipfel der Picos de Europa ist auch für bergtüchtige Wanderer erreichbar. 700 Meter hohe leuchtend gelbe Felswände ragen über den grünen Wiesen am Mirador del Cable auf. Schon die luftige Seilbahnfahrt von Fuente Dé zur Bergstation ist ein kleines Abenteuer und nichts für schwache Nerven. Wer dann vor dem Felsentheater des „Alten Fels“, der Peña Vieja, steht, dem kann der Mut restlos schwinden, würde sich da nicht eine entscheidende Schwachstelle auf der Rückseite des gewaltigen Berges verstecken. Also losmarschieren bis zur Horcadina de Covarrobres und dort links abzweigen mit Ziel “Cabaña Verónica / Horcados Rojos”. Weit oben blitzt die eigenwillige, mehr an eine Raumstation denn an eine Berghütte erinnernde bewirtete Biwakschachtel bereits in den Strahlen der Morgensonne und gibt die Richtung vor. Anfangs noch auf breiter Bergpiste schlendernd wird es langsam steiler. Weit oben ist plötzlich ein vielfach an den Wänden widerhallendes lautes Poltern zu hören. Verschreckt schauen einige Wanderer nach oben. Nichts passiert, nur ein paar Gemsen, die in den Geröllreissen herumspringen und dabei ein paar kleine Steine gelöst haben. Schnell werden Ferngläser aus dem Rucksack gezogen und herumgereicht. Bergsteiger halten auch in Spanien zusammen und teilen Freud und Leid. Der Weg wird zusehends steiler und anstrengender. Irgendwie scheint es doch der Weg zum Mond zu sein, denn die kleine Aluminiumhütte will einfach nicht näher kommen.

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Cabaña oder Peña?
Nach ein paar weiteren Kehren heißt es eine Entscheidung treffen. Hinüber zur Cabaña bummeln und vielleicht noch den unbedeutenden aber viel beschriebenen Torre de los Horcados Rojos „mitnehmen“, oder noch einmal den inneren Schweinehund besiegen und rechts abbiegen? Kunstvolle Stützmauern aus Bruchsteinen helfen dem Weg über einen Felsabbruch unter der unfassbar schlanken Felsnadel Aguja de Bustamante hinweg. Dann lehnt sich der Berg wieder zurück. Über Geröllhalden geht es weiter bergauf, zuletzt durch den Canal de la Canalona auf den gleichnamigen sturmumtosten Sattel. Auf einen Schlag öffnet sich der Blick zum Meer und im gleichen Moment erfasst auch der Wind den Wanderer mit einer Wucht als wolle er ihn zurückschieben.Wortwörtlich umwerfende Naturgewalt. Rechts haltend geht es zur Peña Vieja, die sich über dem Ansatz des Canal de Vidrio aufbaut. So einfach wie es aussieht ist es nicht. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit im steilen Schrofengelände braucht es auch hier. Wer es sich nicht zutraut tröstet sich besser mit dem westlich stehenden, nur 20 Meter niedrigeren Pico de Santa Ana.

Mit den letzten Schritten zum Gipfel (welchem auch immer – oder beiden?) kennt die Fernsicht keine Grenzen mehr. Im Norden breitet sich der Atlantik aus, davor ragt der Naranjo de Bulnes (auch Picu Urriellu) in die Blauabstufungen aus Wasser und Himmel. Nach Osten fällt der Blick in eine schier bodenlose Tiefe bis auf die grünen Matten der Puertos de Áliva und nach Süden bis weit auf die Hochebenen Zentralspaniens, während im Westen die kleinen Gletscher am Torre de Llambrion in der Nachmittagssonne leuchten.

Es bleibt genug Zeit für eine ausgiebige Gipfelrast, denn die letzte Bahn nach Fuente Dé fährt erst um 18 Uhr. Noch entspannter rastet es sich für jene, die sich noch eine Nacht am Berg gönnen. Sei es spartanisch in der Cabaña Verónica inmitten der wilden Felslandschaft oder angenehm komfortabel im Refugio-Hotel de Ávila. In welche Richtung auch immer die Entscheidung fällt, in Erinnerung bleibt ein toller Tag in einem noch tolleren Gebirge mit „Wiederkommen-wollen-Garantie“.

Spanien: Sierra de Gredos, Kastilien

IMG_E Wanderungen auf dem Rückgrat Spaniens

Pssst! – leise – da oben ist einer! Tatsächlich, keine 50 Meter entfernt steht ein iberischer
Steinbock wie eine Statue auf einem Felstürmchen. Ungerührt vom hektischen Rascheln im Rucksack steht er immer noch seelenruhig in Position, nachdem die hartnäckig im Rucksack verklemmte Kamera endlich in der Hand liegt. Objektivdeckel abziehen, scharf stellen, noch mal schauen – gut er ist noch nicht weg, posiert eher wie ein routiniertes Fotomodel und scheint fast darauf zu warten, dass das Bild endlich im Kasten ist. Was für ein Glück – so ein Schnappschuss. Kaum ist die Kamera wieder verstaut wandert der Blick über das steinerne Theater am Circo de Gredos und entdeckt noch mehr der sonst seltenen Tiere. Dort stehen noch zwei, da hinten liegt einer gemütlich in der Sonne, dort oben steht gleich eine ganze Gruppe samt Jungtiere. Die Capras Hispanica sind scheinbar an Touristen gewöhnt oder einfach nur gnädig zu jenen, die am frühen Morgen zuerst da sind? Gegenüber spiegelt sich die nahe Refugio Elola im stillen Wasser der Laguna Grande, während die neugierigen Tiere immer näher kommen.

Iberische Steinböcke an der Laguna Grande

Gut 2,5 Stunden sind es vom großen Parkplatz an der Plataforma bis zur Laguna Grande. Wer früh genug ist, hat selbst an Wochenenden meist freie Auswahl wo der Wagen abgestellt wird. Schattenplätze sind ohnehin Fehlanzeige in der kargen Landschaft. Ein mit Bruchsteinen geplättelter, breiter Weg zieht ein Stück taleinwärts, passiert eine kleine Schlucht und zieht hinauf zur Ebene am Prado de Pozas. Hier steht die kleine Refugio de Reguero Llano und bildet ein perfektes Fotomotiv vor der pastellfarben im Morgenlicht leuchtenden Serrota jenseits des tiefen Talgrabens von Río Tormes und Río Alberche. Ein paar Serpentinen lassen die ersten Schweißtropfen fließen. Gut, dass bald die Fuente de los Cavadores erreicht ist. Das glasklare eiskalte Wasser stillt den ersten Durst und kühlt angenehm ab. Das Gröbste ist geschafft. Noch um zwei Bergecken herum und der Blick öffnet sich allmählich. Erst lugt nur die spitze Granitzinne des Almanzor fast zaghaft über die Ginsterbüsche, dann öffnet sich mit einem letzten Schritt das ganze Panorama der zentralen Gredosgruppe. Einem römischen Amphitheater gleich reihen sich die unnahbar wirkenden Granitkolosse im Halbkreis um den Talgrund. Die Laguna Grande und der voraus liegende Wegabschnitt liegen noch im dunklen Schatten des Morezón. Gut so! Noch ist ein gutes Stück zu gehen und Schatten wird für den Rest des Tages eher Mangelware sein.

Am tiefblauen Himmel kreist ein Adler. Kleine Wasserfälle springen über den Weg, bilden Pfützen in der ausgetrampelten Spur und zwingen zu kleinen Umwegen. Ein letzter Felsriegel wird umkurvt und die Laguna Grande liegt still vor den Augen. Um sie herum scheint alles noch zu schlafen, ist kein Laut zu hören. Selbst der Wind hält inne. Und plötzlich sind die Steinböcke da. Atemberaubend schön! [...]

Sierra de Gredos

Zum “groß ansehen mit Beschriftung” Bild klicken”. Mehr Spanische Berge gibt hier!

Feldberg-Steig … pimped!

Mehrfach habe ich nun schon über den Feldberg-Steig geschrieben, gelaufen bin ich ihn indes nie als solchen. So weit kein Problem, wenn man den Schwarzwald und insbesondere den Hochschwarzwald  so gut kennt, dass man den Wegverlauf des neuen Premiumwanderwegs praktisch Meter für Meter im Schlaf aufsagen kann. Aber die Neugierde nach der langen Zwangspause war nun doch zu groß. Der Feldberg-Steig sollte es nun also sein – aber bitte in der “pimped version”. Es würde dem hochgelobten Steig nicht gerecht werden, ihn als Weg der verpassten Möglichkeiten zu bezeichnen. Eines offenbart sich aber jedem Feldberg-Insider auf den ersten Blick: Ein wenig mehr Mut in der Wegefindung, weg von rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten und vielleicht gar ein Zurück auf noch lange nicht vergessene Routen (die sich nicht mal mehr auf Wanderkarten finden lassen, aber längst nicht vergessen sind – z.B. Alpiner Steig!) wäre schön gewesen.

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Um  nun aber keine Missverständnise aufkommen zu lassen: Der Feldberg-Steig ist ein toller Wanderweg. Ein Weg durch traumhaft schöne subalpine Mittelgebirgslandschaft. Ein echter Genuss für uneingeweihte. So gesehen gilt mein Dank natürlich Herrn Dr. Rainer Brämer, seines Zeichens bewanderter Kopf des Deutschen Wanderinstituts. Warum? Weil er mit seiner Weg(er)findung  dafür gesorgt hat, dass plötzlich wieder viel mehr Platz auf den anderen schöne(re)n Wegen im Hochschwarzwald ist. Es grenzt an Feldforschung, sich am Feldberg-Steig auf eine Bank (oder zünftiger auf einen Felsen) zu setzen und den Leuten beim “Wandern” zu zuschauen. Wirklich, Hinz und Kunz ist hier unterwegs – teilweise völlig überfordert, schlecht ausgerüstet, teilweise hoffnunglos verwirrt (trotz zahlloser Schildern in Sichtweite und GPS in der Hand – vielleicht gerade deshalb?) und vollbeladen mit Fehlinformationen das einem die Haare zu Berge stehen. Spannend zu beobachten, auf Dauer aber ein nerviger Rudelauflauf, jenseits aller Entschleunigung.

Wir sind trotzdem gelaufen – haben den Steig aber gepimpt (siehe Karte) und das Wandererlebnis in “unserem” Hochschwarzwald auf eigene Faust in die Höhe geschraubt. Und ja, es wäre “noch mehr” drin’ gewesen, aber das hätte mein Knie nicht überstanden. Unser Startpunkt lag am Rinken (selbst finden bitte!). Unsere Route läuft mal mehr, mal weniger eng auf der Premiumroute gegen den Uhrzeigersinn rund um und auf das Feldberg-Seebuck-Massiv. Aus (gast-)wirtschftlicher Sicht, muss die Baldenweger Hütte natürlich angelaufen werden, der “alte” Weg zur Zastler ist aber unschlagbar schöner. In meiner einst heißgeliebten St. Wilhelmer Hütte war Mittagessen angesagt. Der neue Wirt steht aber scheintbar mehr auf lautstarke Rentergruppen und verweigert hungrigen Einzelwanderern einen Platz am völlig verwaisten Stammtisch: “Der ist nur für Stammgäste!” Gut, dass es ein halbes Dutzend weiterer Hütten im Umkreis einer Wanderstunde gibt. Wir meiden die urige Hütte am Westhang des Feldbergs ab jetzt demonstrativ und erzählen das natürlich auch unseren wandernden Freunden und Freundesfreunden. Ätsch!

Also gab es Mittagessen, Kaffee und Kuchen in der Todtnauer Hütte. Klar, der traumhaft schöne, alpmattenweiche Emil-Thoma-Weg musste auch mal wieder begangen werden, ebenso der legendäre Felsensteig. Das (er)spart den Rummel am Seebuck. Prefinales Fußbad im Feldsee, gemütliches Auslaufen und zufriedenes Nachhausefahren.
Ein schöner Tag, zur Nachahmung wärmstens empfohlen!

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Yabadu Wanderführer Donauberglandweg

[Bild nicht gefunden]Mitten durch den Naturpark Obere Donau zieht der Donauberglandweg vom Lemberg, dem höchsten Berg der Schwäbischen Alb, südwärts über weitere „Tausender“ bis ins Tal der Donau. In spektakulärer Landschaft folgt er dann dem noch jungen Fluss flussabwärts bis zum kulturellen Highlight Kloster Beuron. Im Januar 2008 auf der CMT in Stuttgart zum Qualitätsweg Wanderbares Deutschland zertifiziert, wird er den bisher Arrivierten sicher einige Konkurrenz bereiten.

Für Neugierige gibt es von SeeUndBerge auf Yabadu einen Miniführer zum Donauberglandweg in vier Etappen. Enthalten sind detailierte Wegebeschreibung, viele interessante Fakten zu Land & Leuten, Natur & Kultur, sowie Bildershows, PDF-Wanderkarten und Höhenprofile zum Download.

Tage auf Rügen

Es quatscht und schmatzt bei jedem Schritt, Pfützen stehen noch auf dem Weg, alles ist feucht und nass, die Luft klar und frisch. Vögel zwitschern und freuen sich ebenso darüber das der Regen aufgehört hat. Von weitem ist aufgeregtes Möwengeschrei zu hören – sonst herrscht absolute Ruhe und Stille, kaum ein vertrauter Zivilisationslaut ist zu hören. Balsam für die Seele und bedrückend zu gleich.

Ab und zu raschelt es im Gebüsch, war es ein Windhauch oder eine Maus? Ein Wegweiser kommt in Sicht, zeigt in drei verschiedene Richtungen, ohne das ein bis zum letzten Schritt feststehen würde. Für heute soll einmal der Weg das Ziel sein.

Ich wandere auf Rügen – doch wirklich! Anfangs hatte ich große Zweifel, die nun sämtlich weggewischt sind. Jeder Schritt von Lohme in Richtung Königsstuhl ist ein Genuss, lässt die Spannung wachsen und steigert die Neugier was da wohl kommt. Ich komme am idyllischen Hertasee vorbei, schnaufe die Holzstufen auf die keltische Fliehburg hinauf und wieder hinunter, passiere Feenteiche und spare mir den Weg ins Naturschutzzentrum, wo schon der erste Bus vorgefahren ist. Stattdessen schaue ich noch unsicher eine endlos lange Stufenreihe hinab. Ein Schritt, zwei, dann geht es wie von alleine bis auf den völlig einsamen Strand im Morgenlicht.

Über mir bauen sich die mehr als 100 Meter hohen strahlend weißen Kreideklippen über dichten Buchenwald auf, vor mir liegt das Meer, mal grün, mal blau schimmernd, ein Fischtrawler tuckert vorbei, Kieselsteine knirschen unter meinen Wanderschuhen.

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Jetzt will ich auch die Aussicht von oben genießen. Also die 412 Holzstufen wieder hinauf – nie wieder werde ich ein Schild mit dem Warnhinweis „Achtung anstrengend!“ belächeln – und oben links zur Victoria-Aussicht. Was für ein Tiefblick – atemberaubend!

Auf und Ab am Höhenweg. Allmählich kommen immer mehr Wanderer. Also mache ich mich an den Weiterweg in Richtung Saßnitz. Immer hart an der Steilkante geht es durch herrliche Buchenwälder auf dem Hochuferweg dahin. Gewürzt wird mit steilen Zwischenab- und anstiegen zum Kollicker Bach und zum Kieler Ufer, wo ein kleiner Wasserfall ins Meers stürzt. Es sind nur acht Kilometer vom Königsstuhl bis Saßnitz, aber die Zeit rast vorbei. Zu viele Aussichtspunkte und zu viele Strandpausen machen aus dem angedachten Vormittagsspaziergang eine tagesfüllende Wanderung.

An der Waldhalle, dort wo bis zum Februar 2005 die berühmten Wissower Klinken standen, macht mich ein Schild neugierig. Den Faible für Megalithgräber und Menhire habe ich schon lange, verfluche aber schon bald die Kopfsteinpflasterstraße, die zum angezeigten Großsteingrab führt. Aber es lohnt sich: mitten im Wald liegt die von tonnenschweren Deckensteinen überdachte Kammer – ein mystischer und wunderbar einsamer Ort.

Mit der untergehenden Sonne bummle ich die letzten Kilometer am Ostseestrand entlang bis Saßnitz und komme gerade noch rechtzeitig, bevor der Fischverkauf direkt vom Kutter im Hafen zu macht. Mehr brauche ich heute gar nicht, strecke die Füße auf dem Balkon meiner Seevilla aus und knabbere genüsslich an meinem Fischbrötchen, während die Sonne entgültig im Meer versinkt.

… und von den vier hier und ihren Abertausend Freunden dann demnächst:

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zur Galerie: Rügen-Bilder

Westweg im Schwarzwald

Einmal durch den ganzen Schwarzwald – von Pforzheim nach Basel. 12 Tage Abschalten, Freimachen von Alltagsstress und -sorgen. Loslassen und Genießen. Der Westweg ist Traumweg, Kultweg, ein Klassiker, ein Weg den ein Wanderer im Tourenbuch stehen haben muss – keine Frage! Weite Tannenwälder, grandiose Panoramen, stolze Gipfelerfolge im höchsten Mittelgebirge Deutschlands … [Read more...]