Morissen, Val Lumnezia, Surselva

Es gibt noch ein paar Plätze in den Alpen, die sollte man für sich behalten. In “meiner Surselva” haben wir im Bergdörfchen Morissen in der Val Lumnezia einen solchen Traumplatz für eine Woche Auspannen gefunden. Tagsüber Wandern, abends im ehemaligen “Turnsaal eines alten Schulhauses” gemeinsam Kochen, Plaudern und das Flair genießen. Von außen ein Wärme ausstrahlendes, von der Sonne gegerbtes Holzhaus, beim Eintreten ein Hauch von Caminada und beim Duschen Zumthorsches Luxusempfinden. Wir müssen zugeben, bei uns hat sich ein wenig Neid breit gemacht, weil wir nur eine Woche bleiben konnten. Dafür haben wir in diesen sieben Tagen aber alles auskosten dürfen, was die Bündner Alpen hergeben: Ziehende Wolken an der Gratwanderung zum Piz Mundaun, super leckere Gerstensuppe am Bündner Rigi (das Surprise-Menue holen wir nach), sonnige Stunden am Guraletschsee über dem Valsertal, Gewittersturm und Nusstorte in Vrin, Orchideenzählen und Harzschnuppern im schattigen Flimser Wald, wolkenverhangenes von Kirche zu Kirche Spazieren zwischen Vella, Degen und Lumbrein und zum Abschluss Modelbahnwandern in der Rheinschlucht. Höhere Ziele hat leider (oder Gott sei Dank) meine lädierte Schulter nicht zugelassen. So konnten wir uns für einmal auf die vermeintlichen (alpinistischen) Nebenziele konzentrieren. Das war nach der vielen Arbeit der letzten Wochen richtig gut für die Erholung.

Vielen Dank, dass wir dort sein durften. Wo? … Nun, “es gibt noch ein paar Plätze in den Alpen, die sollte man für sich behalten.” ;)

Zwei neue Bücher: Rhein-Radweg und Bodensee Naturführer

Viel Arbeit, viel Zeit, viele Wegekilometer und viel Geduld waren nötig, bis Text, Fotos und diesmal auch das Layout für meine zwei neuen Bücher fertig waren. Jetzt konnte ich beide erstmals in Händen halten. Bis heute Vormittag habe sie außer am Rechner selbst noch gar nicht gesehen – aber unser freundlicher Buchhändler hat sie mir schon “von über die Straße” freudestrahlend hochgehalten. Danke für das Lob. ;)

Der Radführer Rhein & Bodensee behandelst den wunderbaren Rhein-Radweg (Rhein-Route) von der Quelle am Oberalppass, quer durch die Surselva und das Alpenrheintal zum Bodensee, und weiter dem Hochrhein entlang nach Basel und Freiburg im Breisgau. Gerade dieser erste Abschnitt des Rhein-Radwegs zwischen der Quelle im Herzen der Schweiz und dem Basler Rheinknie zählt sicher zu den landschaftlich  und kulturell großartigsten Radwegen in Mitteleuropa. Felsberge, Gletscher und die atemberaubende Rheinschlucht eröffnen die rund 430 Kilometer lange Strecke. Ab Chur wird die Landschaft fast mediterran heiter. Weinberge und Winzerdörfchen säumen den Wegeverlauf zum Bodensee. Nach dem Rheinfall wechselt abermals das Landschaftsbild. Am Fuß des Südschwarzwalds rücken dann kulturelle Zeugnisse aus über 2000 Jahren Geschichte beidseits des Rheins in den Vordergrund.

Dass es auch abseits des Bodenseeufers eine Vielzahl einmaliger Naturräume zu entdecken gibt, wissen nur wenige. Bizarre Felskuppen prägen die Vulkanlandschaft des Hegau. weite Schilfflächen den Untersee. Idyllische Hügelkuppen und melancholische Moore sind Zeugnisse der eiszeitlichen Prägung Oberschwabens. Wasserfälle und wilde Tobel finden sich im Westallgäu und Bregenzerwald, während die Felsmassive rund um den Säntis dem Bodensee sogar eine alpine Note verleihen. Im Führer Natur pur am Bodensee habe ich 111 Natursehenswürdigkeiten, berühmte und vielbesuchte wie den Rheinfall oder den Federsee, aber auch weitgehend unbekannte und stille Fleckchen im Umkreis des Bodensees beschrieben.

Beide Führer sind wieder mit mit detailreichen Karten im Maßstab, vielen Zusatzinfos, Adressen und Übernachtungstippsergänzt . Piktogramme zeigen Sehenswürdigkeiten und vieles mehr. Die liebgewonnene und praktische Spiralbindung sorgt für leichtes Lesen unterwegs.

Best of Wandern Wandergesichter – Teil 3 auf dem Feldbergsteig

Nach ein paar Tagen Pause habe ich meine Best of Wandern – Wandergesichter 2011 zur Abschlusstour auf dem Feldbergsteig im Hochschwarzwald getroffen. Die Frage nach dem Wetter erübrigt sich eigentlich. Die beständige Schlechtwetterperiode hat sich zum Running Gag der Tour entwickelt und auch dafür gesorgt, dass das Equipment von Bergans (Jacken), Scarpa (Schuhe), Vaude (Rucksack/-hüllen) und Euroschirm (Outdoorschirme) ausgiebig und unter Livebedingungen getestet werden konnte. Kurzem Sonnnenschein am Seebuck folgte nass-kaltes, fast herbstliches Wetter am weiteren Wegverlauf über Feldberg, Zastler Loch, Baldenweger Hütte, Raimartihof und Feldsee zurück zum Feldberg-Pass. Immerhin, es hat nicht geregnet. Und selbst wenn, ich bin ohnehin der Meinung, dass es gerade am Feldbergsteig auch schlechtes Wetter haben darf. Wenn die Wolken um die Gipfel ziehen und sich Tau und Nebel in den Bergwäldern verfangen, herrscht hier eine ganz besondere Stimmung.

Ich konnte sogar zwei unerwartete Premieren feiern: Nach fast 40 Jahren Hochschwarzwald war ich zum ersten mal auf dem Seebuckturm und ich habe meine erste Kirchtorte aus der Dose probiert. Soviel aber auch zum Vorhaben, die Best of Wandern Tour als Fitmacher für die Alpen zu nutzen. Das Vorhaben ist irgendeinem der vielen Leckereien entlang meiner drei Touren zum Opfer gefallen. Ich frage mich ernsthaft wie viele Kilos wohl die fünf Wandergesichter in dieser Woche zugelegt haben. Unsere Wanderungen und die relaxten Fotoshootings können all den Schlemmereien nur wenig entgegen gesetzt haben. ;)

Mehr hier: Die-Wandergesichter-2011

Schluchtenwandern auf dem Müllerthal Trail

Szenenwechsel. Nach Winterberg im Hochsauerland steht Schluchtenwandern auf dem Müllerthal Trail in Luxemburg auf dem Terminplan. Es gibt nur wenige Landschaften in Mitteleuropa, die mich so faszinieren wie das “Müllerthal – Kleine Luxemburger Schweiz” mit seinen Felswänden und engen Schluchten. Von Echternach ging es durch die Wolfsschlucht zum “Höhlen-Picknick” in der Hohllay. Mitunter stehen die bizarren Sandsteintürme so eng beieinander, dass kaum ein Wanderer hindurch kommt. Das Bild rechts ist in solchen einem “Schloeff” am Predigtstuhl entstanden. Wie sich an Günthers Rucksackhülle unschwer erkennen lässt, hat sich zwar die Landschaft, nicht aber das Wetter geändert. Im Gegenteil, aus dem Aprilwetter ist leider Dauerregen geworden. Aber das kenne ich ja vom Müllerthal. Vielleicht sollte ich mir das nächste Mal ein stabiles Hochdruckwetter aussuchen. Im besten Fall noch im Herbst, wenn sich die Laubbäume bunt färben. Irgendwie  gefällt mir gerade die Idee einer sochen herbstlichen Fototour durch Elsass, Pfälzerwald und Müllerthal. Da muss ich d’ran bleiben.

Nächstes Ziel unserer kleinen Tour auf dem Müllerthal Trail war der Schiessentümpel, wo sich die Schwarze  Ernz mit viel Effekt über eine kleine Felsstufe stürzt. In Robbys Heringer Millen gab es dann Kaffee und Hefekuchen frisch aus dem Ofen. Braucht es mehr?

Btw. Lieben Dank Susanne und Robby für das herzliche Umsorgen.

Mit den Wandergesichtern in Winterberg

Was für ein Start – es regnet aus Kübeln. Wollen wir da wirklich losgehen, wandern und fotografieren – oder doch lieber das Frühstück erlängern? Schade eigentlich, denn auf meiner Eingehtour am Vortag war Kaiserwetter am Kahlen Asten. Vor einigen Monaten haben wir zehn “Wandergesichter” gesucht. Nun stehe ich mit Alex, Anita, Heike, Günther und Heinz parat zum Loslaufen in der Lobby der Hapimag und schaue dem Regen zu.

Natürlich sind wir losgeganen und wurden prompt mit den ersten Sonnenstrahlen des bisher so trüben Tages belohnt. Die Freude währte aber nur kurz. Kaum ins Helletal eingetaucht, machte dieses seinem Namen so gar keine Ehre und wurde zum “Dunkeltal”. Bis zum Bodensee hat es wieder geschüttet als würde die Welt untergehen. Aber immerhin waren die in den letzten Wochen fast trocken gefallenen Bäche wieder voller Wasser und rauschten ordentlich durch die Schlucht. Am steilen Aufstieg über die Winterberger Hochtour (WHT) auf die Alte Grimme lachte dann endlich einmal länger die Sonne vom Himmel und kaum am Gipfel öffneten sich wieder die Schleusen für ein paar Minuten. Schirme auf, Schirme zu. Jacken an, Jacken aus. Wir haben das seltsame Wechselspiel des Wetters perfekt nachgestellt und uns die Waffeln in der Orkeklause in Elkeringhausen wahrlich verdient … bevor der Regen zurück kam. Aber wen stört schon das Wetter, wenn die Ausrüstung stimmt? Klingt übelst nach hohler Phrase, ist aber so. So richtig bis auf die Knochen nass wurde keines der fünf Wandergesichter. Und auch Fotograf und Kamera blieben trocken.

Blütenzauber Bodensee – Sibirische Schwertlilien und andere …

Sibirsche Schwertlilie und Gelbe Sumpfschwertlilie gehören zur Familie der Schwertlilien (Iridaceae) und sind am Bodensee noch relativ häufig zu sehen. Ihren Namen haben sie von Iris, der griechischen Göttin des Regenbogens erhalten. Am häufigsten sind die intensiv gelb leuchtenden Sumpflilien zu sehen. Sie stehen an vielen Bachläufen und Tümpeln rund um den Bodensee. Die blaue Sibirische Schwertlilie war im Jahr 2010 Blume des Jahres und steht wie alle Arten der Schwertlilien unter strengem Schutz. Von Mai bis Juni blüht sie vor allem in den sumpfigen Wiesen im Eriskircher Ried, im Wollmatinger Ried und im Rheindelta. Sumpf-Siegwurz gehört zur Gattung der Gladiolen, einer Unterart der Schwertlilien. Auffällig sind seine purpurroten Blütenstände, die weithin sichtbar aus den ungemähten Streuwiesen leuchten. Türkenbund gehört zur Gattung der Lilien und wächst vor allem an den schattigen Hängen rund um den Überlinger See. ….

Wer mehr lesen will, geduldet sich noch ein paar Tage: Ende Juni erscheint mein neues Buch NATUR PUR am Bodensee im Bodensee-Verlag, Konstanz.

Heidi reloaded

Ein Bergbauernhof in den Appenzeller Alpen war die Location, spitze Berge, blühende Wiesen und dunkle Tannen die Kulisse für das zweite Kollektions-Shooting für Christiane Mayr. Ich habe die “Klamotten” gesehen und wußte sofort – “damit will ich Arbeiten”. Ich denke wir haben das gut hinbekommen. Danke Rebi und Amrita für den Einsatz und vielen Dank Cindy für das geniale Styling:

Wanderbares Deutschland 2011

Es wird zur lieben Gewohnheit. Alle Jahre wieder (übersehen wir mal die kniebedingte Zwangspause im Jahr 2009) freue ich mich auf das Erscheinen des neuen Magazins “Wanderbares Deutschland“. Morgen, am 18. März ist es wieder so weit. Dann steht das in diesem Jahr 180 Seiten starke Nachschlagewerk über das Wanderland Deutschland in ausgewählten Kiosken und in Bahnhofsbuchhandlungen zum Preis von 5,90 Euro im Regal. Und eines gleich vorweg, es ist imho das bisher schönste Heft geworden. Ich bin begeistert.

Obwohl nun schon ins fünfte Heft involviert, macht die Arbeit Jahr für Jahr wieder Spaß. Immerhin ändert sich wohl keine Wanderlandschaft  so schnell und dabei so qualitativ hochwertig wie die Mittelgebirgsregionen zwischen Nord-, Ost- und Bodensee. Jedes Jahr gibt es Neues zu entdecken, stößt man bei seinen Recherchen wieder auf bisher unbekanntes und bekommt mitten im tiefsten Winter Lust aufs Loslaufen.

Neben meinen liebgewonnen “guten alten Bekannten” aus dem Sauerland und dem Bergwanderpark, aus Rheinland-Pfalz, Nordhessen, Thüringen und dem Hochschwarzwald, konnte ich mich im neuen Heft auch mit den Reportagen über den Harzer-Hexen-Stieg, den Kammweg Erzgebirge-Vogtland, die Schwäbische Alb, den Kocher-Jagst-Trail, die Uckermark und die Rheingau-Riesling-Route beschäftigen. Zum ersten Mal dabei ist die Wanderregion Pfalz mit ihren drei neuen Prädikatswegen Pfälzer Höhenweg, Pfälzer Waldpfad und Pfälzer Weinsteig. Es gibt also neuen Stoff zum Erwandern. Viel Spaß!

Bodenseewinter

Eigentlich war er ja schon fort, zur Tür hinaus gejagd, feierlich verabschiedet und aufs nächste Jahr vertröstet – der Winter. Aber schau an, da ist er wieder. Nach zwei milden, frühlingshaften Wochen mit den ersten keck aus dem Laub lugenden Schneeglöckchen und Blausternen (?) im Wald, ist seit gestern wieder alles weiß eingehüllt. Zeit, dem Winter einmal eine kleine Galerie “von vor der Haustüre” zu widmen:

Mach zwei …

… oder die Geschichte von der Unfähigkeit sich entscheiden zu können !

Ein Kalender sollte es werden. Gut! Aber mit welchem Thema? Fangfrische Nordseebilder vom letzten Kurzurlaub in Nordfriesland? Eine Strecke meiner (unserer) geliebten Ostsee? Vielleicht beides in einem? Also ein Küstenkalender? Oder doch besser Berge – weil ja eigentlich eher mein Arbeitsgebiet, als Sandstrände und Watt? Berge querbeet oder gezielt auf eine Region beschränkt? Von den Berner Alpen hätte es genügend. Dolomiten? Bayerische Alpen? Jura? Oder doch besser etwas von “vor der eigenen Haustüre”? Also Schwarzwald oder gar noch ein weiterer der endlosen Reihe an diversen “rund um den Bodensee Kalendern”? Es ist echt schwer sich entscheiden zu müssen, wenn man eine spontane Idee hat, die dann anfängt zu wachsen, die größer und größer wird, bei der das eine zum anderen kommt, und so weiter, und so fort.

Irgendwann, Wochen später, gab es dann tatsächlich 13 Kalenderblätter mit Thema “Waterkant 2011 – Nord- und Ostseeküsten”. Wow! Geschafft, Druckdaten erstellt, Druckauftrag erteilt, Andruck gemacht – Ernüchterung. Die Druckmaschine pfeift auf dem letzten Loch und schafft die diffizilen Farbnuancen eines verhangenen Sonnenuntergangs in St. Peter Ording nicht, quält sich durch die changierenden Violetttöne über den Halligen und scheitert an sanften Grautönen vom Himmel über Rügens Kreideklippen. Argh! Und nun?

Die gute Nachricht. Die neue Druckmaschine steht schon vorm Haus, muss nur noch aufgebaut werden und eingefahren werden. Fein – das wird aber wohl  nichts vor Ende Januar, heißt es.  Also habe ich ein paar Tage Aufschub bekommen und kann alles nochmals neu überdenken. Fazit: Jetzt gibt es zwei Kalender zu zwei  völlig unterschiedlichen Themen, verkürzt auf sechs Doppelblätter, Drucktermin diese Woche. :)

Ein Klick auf die Vorschaubildchen leitet zur entsprechenden Kalender-Galerie “Horizonte 2011″ oder “Dolomiten 2011″:


‘Nen Guten Rutsch allerseits!