Silvesterchlausen, Urnäsch 13.1.2012

Ich habe mich spontan entschlossen Silvester auf den 13.1. zu verlegen und dem Artikel in der Jahresausgabe der Bodensee-Ferienzeitung noch die passende Galerie folgen zu lassen: Die stille Variante, abseits der Massen, ohne viele Worte und mit diesem magischen Klang, den ich immer noch im Ohr habe …

Sessions am Steg …

img_1410_web… es gibt Locations, die ziehen mich immer wieder magisch an. Je nach Tages- und Jahreszeit hat es z.B. an “meinem Steg” ganz unterschiedliche Lichtstimmungen und Verhältnisse. Mal ist es fast bedrohlich finster und düster, dann wieder freundlich heiter und sonnig. Nebelschwaden wabern über dem Wasser, mal leuchtet das Laub herbstlich bunt, im Frühling mild-grün und im Winter ist die Szenerie eisig erstarrt. Enten quaken, Gänse fliegen laut schnatternd ein, ab und an kommt eine ältere Dame zum Baden und freut sich über die “hübschen jungen Dinger” vor meiner Kamera – sonst herrscht Ruhe. Kann man sich als Fotograf etwas  Besseres vorstellen, als solch eine Location quasi in Gehweite hinter dem Haus? Ich nicht. Gestern war ich wieder dort zum Fotografieren, eher als Co-Fotograf von Jenny, denn in eigener Mission. Trotzdem sind auch diesmal wieder neue, ganz andere Fotografien entstanden. Was würde ich nur ohne meinen Steg machen?

Früh aufstehen lohnt sich nicht immer …

016… manchmal klappt es auch am Nachmittag noch mit schicken Fotos. Julia, Nils und ich wollten nach der ersten Session vor rund vier Wochen am Bodensee noch “einen d’rauflegen” und haben uns dazu in aller Frühe am P&R-Parkplatz in Geisingen treffen wollen. Aber ein leidiger Stau vor Rottweil und hartnäckiger Hochnebel haben uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber wer hartnäckig ist und trotzdem los marschiert, wird auch belohnt. Zum einem war es weniger düster im engen “Shooting-Tal”, als befürchtet und zudem hat der gleichmäßig hellgraue Himmel auch den Schlagschatten vorgebeugt. Gut war es. Danke Julia für das Vertrauen und das neuerliche “über Deine Grenzen” gehen. … [more]

Hiddensee, herrliche Ruhe von 17h bis 9h …

Was die kleine Ostsee-Insel Hiddensee vor der Westküste Rügens ausmacht ist nicht ihr 15 Kilometer langer, sandiger Weststrand, sind nicht  die autofreien Wege (Straßen gibt es keine), nicht die Aussicht vom Dornbusch über das Meer nach Dänemark, nicht das lecker Fischfrikadellenbrötchen von der Insel-Blondinne  oder der niedliche, rot-weiße Leuchtturm am Gellen. Nein, was Hiddensee wirklich einmalig macht, ist die herrliche und erholsame absolute Ruhe zwischen 17 Uhr abends und 9 Uhr und morgens. Zwischen dem letzen Schiff von und dem ersten Schiff zur Insel sind kaum Menschen unterwegs. Keine Lärmverschmutzung durch Autos (natürlich, es gibt ja auch keine), kein üblicher Stadtlärm ist zu hören, kein Geschrei, … einfach nichts, außer beim auf den Wellen Schaukeln aneinanderklappernde Boote im Hafen, kreischende Möwen und ab und an das Getrappel einer Pferdekutsche. Es ist ein herrliches Vergnügen gewesen zumindest (gefühlt) für ein paar Tage auch einmal zur illustren Elite zu gehören, die süffisant grinsend auf ihrer Veranda am Hafen sitzend, einen Kaffee im Abendlicht schlürfend den hektisch das letzte Schiff besteigenden Tagesgästen zuwinkt. So könnten wir es länger aushalten. Radtouren zur Südspitze, Sonne tanken unterm Leuchtturm, Sanddorn schnuppern am Dornbusch, frischen Fisch am Hafen holen, … Fragt sich nur, wann der Inselkoller eingesetzt hätte?

Früh aufstehen lohnt sich … Vers. 7.0

img_9991Das Aufstehen nach der spätsommerlich heißen Bergtour gestern am First im Bregenzerwald fiel echt schwer. Aber der Durst nach frisch gebrühtem Kaffee war einfach zu groß. Also standen wir um ganz kurz vor 7.00 Uhr heute morgen am Küchenfenster, kaffeeschlürfend und uns einig, dass es sich gelohnt hat doch aus den Federn zu kriechen. Und wenn mich jetzt nochmal jemand fragt, warum ich denn am Bodensee wohne und nicht zentraler in Deutschland … links klicken, bitte. ;)

… oder auch hier, zwei oder drei Minuten später. img_0007-panorama

Früh aufstehen lohnt sich …

006Mein bislang einziges freies Fotoshooting in 2011 war tatsächlich schon wieder 12 Wochen her. Wo bleibt eigentlich all’ diese Zeit, die man ständig vermisst? Aber gestern, gerade noch so am letzten Tag des meteorologischen Sommers (heute regnet es – Danke Herbst) habe ich dann doch noch eines umsetzen können. Aber es fiel echt schwer morgens um 5 Uhr aufzustehen, um kurz vor 6 Uhr im Halbdunkel durch das taufeuchte klitschnasse nebelverschleierte Ried zu stolpern, nur um bei aufgehender Sonne an Ort und Stelle zu sein. Aber es hat sich gelohnt. Nicht nur wegen dieser so ganz einmaligen Stimmung ‚am Set“, nicht nur wegen des wie bestellt einfliegenden Gänseschwarms, und der dann pünktlich aufgehenden Sonne. Es hat sich gelohnt für diese wunderbaren Bilder, die dort entstanden sind. Danke Julia, Danke Nils! … [more]

Morissen, Val Lumnezia, Surselva

Es gibt noch ein paar Plätze in den Alpen, die sollte man für sich behalten. In “meiner Surselva” haben wir im Bergdörfchen Morissen in der Val Lumnezia einen solchen Traumplatz für eine Woche Auspannen gefunden. Tagsüber Wandern, abends im ehemaligen “Turnsaal eines alten Schulhauses” gemeinsam Kochen, Plaudern und das Flair genießen. Von außen ein Wärme ausstrahlendes, von der Sonne gegerbtes Holzhaus, beim Eintreten ein Hauch von Caminada und beim Duschen Zumthorsches Luxusempfinden. Wir müssen zugeben, bei uns hat sich ein wenig Neid breit gemacht, weil wir nur eine Woche bleiben konnten. Dafür haben wir in diesen sieben Tagen aber alles auskosten dürfen, was die Bündner Alpen hergeben: Ziehende Wolken an der Gratwanderung zum Piz Mundaun, super leckere Gerstensuppe am Bündner Rigi (das Surprise-Menue holen wir nach), sonnige Stunden am Guraletschsee über dem Valsertal, Gewittersturm und Nusstorte in Vrin, Orchideenzählen und Harzschnuppern im schattigen Flimser Wald, wolkenverhangenes von Kirche zu Kirche Spazieren zwischen Vella, Degen und Lumbrein und zum Abschluss Modelbahnwandern in der Rheinschlucht. Höhere Ziele hat leider (oder Gott sei Dank) meine lädierte Schulter nicht zugelassen. So konnten wir uns für einmal auf die vermeintlichen (alpinistischen) Nebenziele konzentrieren. Das war nach der vielen Arbeit der letzten Wochen richtig gut für die Erholung.

Vielen Dank, dass wir dort sein durften. Wo? … Nun, “es gibt noch ein paar Plätze in den Alpen, die sollte man für sich behalten.” ;)

Zwei neue Bücher: Rhein-Radweg und Bodensee Naturführer

Viel Arbeit, viel Zeit, viele Wegekilometer und viel Geduld waren nötig, bis Text, Fotos und diesmal auch das Layout für meine zwei neuen Bücher fertig waren. Jetzt konnte ich beide erstmals in Händen halten. Bis heute Vormittag habe sie außer am Rechner selbst noch gar nicht gesehen – aber unser freundlicher Buchhändler hat sie mir schon “von über die Straße” freudestrahlend hochgehalten. Danke für das Lob. ;)

Der Radführer Rhein & Bodensee behandelst den wunderbaren Rhein-Radweg (Rhein-Route) von der Quelle am Oberalppass, quer durch die Surselva und das Alpenrheintal zum Bodensee, und weiter dem Hochrhein entlang nach Basel und Freiburg im Breisgau. Gerade dieser erste Abschnitt des Rhein-Radwegs zwischen der Quelle im Herzen der Schweiz und dem Basler Rheinknie zählt sicher zu den landschaftlich  und kulturell großartigsten Radwegen in Mitteleuropa. Felsberge, Gletscher und die atemberaubende Rheinschlucht eröffnen die rund 430 Kilometer lange Strecke. Ab Chur wird die Landschaft fast mediterran heiter. Weinberge und Winzerdörfchen säumen den Wegeverlauf zum Bodensee. Nach dem Rheinfall wechselt abermals das Landschaftsbild. Am Fuß des Südschwarzwalds rücken dann kulturelle Zeugnisse aus über 2000 Jahren Geschichte beidseits des Rheins in den Vordergrund.

Dass es auch abseits des Bodenseeufers eine Vielzahl einmaliger Naturräume zu entdecken gibt, wissen nur wenige. Bizarre Felskuppen prägen die Vulkanlandschaft des Hegau. weite Schilfflächen den Untersee. Idyllische Hügelkuppen und melancholische Moore sind Zeugnisse der eiszeitlichen Prägung Oberschwabens. Wasserfälle und wilde Tobel finden sich im Westallgäu und Bregenzerwald, während die Felsmassive rund um den Säntis dem Bodensee sogar eine alpine Note verleihen. Im Führer Natur pur am Bodensee habe ich 111 Natursehenswürdigkeiten, berühmte und vielbesuchte wie den Rheinfall oder den Federsee, aber auch weitgehend unbekannte und stille Fleckchen im Umkreis des Bodensees beschrieben.

Beide Führer sind wieder mit mit detailreichen Karten im Maßstab, vielen Zusatzinfos, Adressen und Übernachtungstippsergänzt . Piktogramme zeigen Sehenswürdigkeiten und vieles mehr. Die liebgewonnene und praktische Spiralbindung sorgt für leichtes Lesen unterwegs.

Best of Wandern Wandergesichter – Teil 3 auf dem Feldbergsteig

Nach ein paar Tagen Pause habe ich meine Best of Wandern – Wandergesichter 2011 zur Abschlusstour auf dem Feldbergsteig im Hochschwarzwald getroffen. Die Frage nach dem Wetter erübrigt sich eigentlich. Die beständige Schlechtwetterperiode hat sich zum Running Gag der Tour entwickelt und auch dafür gesorgt, dass das Equipment von Bergans (Jacken), Scarpa (Schuhe), Vaude (Rucksack/-hüllen) und Euroschirm (Outdoorschirme) ausgiebig und unter Livebedingungen getestet werden konnte. Kurzem Sonnnenschein am Seebuck folgte nass-kaltes, fast herbstliches Wetter am weiteren Wegverlauf über Feldberg, Zastler Loch, Baldenweger Hütte, Raimartihof und Feldsee zurück zum Feldberg-Pass. Immerhin, es hat nicht geregnet. Und selbst wenn, ich bin ohnehin der Meinung, dass es gerade am Feldbergsteig auch schlechtes Wetter haben darf. Wenn die Wolken um die Gipfel ziehen und sich Tau und Nebel in den Bergwäldern verfangen, herrscht hier eine ganz besondere Stimmung.

Ich konnte sogar zwei unerwartete Premieren feiern: Nach fast 40 Jahren Hochschwarzwald war ich zum ersten mal auf dem Seebuckturm und ich habe meine erste Kirchtorte aus der Dose probiert. Soviel aber auch zum Vorhaben, die Best of Wandern Tour als Fitmacher für die Alpen zu nutzen. Das Vorhaben ist irgendeinem der vielen Leckereien entlang meiner drei Touren zum Opfer gefallen. Ich frage mich ernsthaft wie viele Kilos wohl die fünf Wandergesichter in dieser Woche zugelegt haben. Unsere Wanderungen und die relaxten Fotoshootings können all den Schlemmereien nur wenig entgegen gesetzt haben. ;)

Mehr hier: Die-Wandergesichter-2011

Schluchtenwandern auf dem Müllerthal Trail

Szenenwechsel. Nach Winterberg im Hochsauerland steht Schluchtenwandern auf dem Müllerthal Trail in Luxemburg auf dem Terminplan. Es gibt nur wenige Landschaften in Mitteleuropa, die mich so faszinieren wie das “Müllerthal – Kleine Luxemburger Schweiz” mit seinen Felswänden und engen Schluchten. Von Echternach ging es durch die Wolfsschlucht zum “Höhlen-Picknick” in der Hohllay. Mitunter stehen die bizarren Sandsteintürme so eng beieinander, dass kaum ein Wanderer hindurch kommt. Das Bild rechts ist in solchen einem “Schloeff” am Predigtstuhl entstanden. Wie sich an Günthers Rucksackhülle unschwer erkennen lässt, hat sich zwar die Landschaft, nicht aber das Wetter geändert. Im Gegenteil, aus dem Aprilwetter ist leider Dauerregen geworden. Aber das kenne ich ja vom Müllerthal. Vielleicht sollte ich mir das nächste Mal ein stabiles Hochdruckwetter aussuchen. Im besten Fall noch im Herbst, wenn sich die Laubbäume bunt färben. Irgendwie  gefällt mir gerade die Idee einer sochen herbstlichen Fototour durch Elsass, Pfälzerwald und Müllerthal. Da muss ich d’ran bleiben.

Nächstes Ziel unserer kleinen Tour auf dem Müllerthal Trail war der Schiessentümpel, wo sich die Schwarze  Ernz mit viel Effekt über eine kleine Felsstufe stürzt. In Robbys Heringer Millen gab es dann Kaffee und Hefekuchen frisch aus dem Ofen. Braucht es mehr?

Btw. Lieben Dank Susanne und Robby für das herzliche Umsorgen.