Jakobswege Bodensee

Ultreja! – „Vorwärts, immer weiter voran!“ ist seit vielen Jahrhunderten die übliche Begrüßung unter Jakobspilgern auf dem Camino Francés quer durch den Norden Spaniens. Doch so weit muss man gar nicht laufen. Das Netz der Europäischen Jakobswege wird zunehmend dichter. Vor allem in Süddeutschland und in der Schweiz sind in den letzten Jahren zahlreiche historische Heerwege und Handelsstraßen recherchiert worden. Routen von denen man ausgehen kann, dass sie als Pilgerwege in Richtung Santiago die Compostela aber auch von Pilgern auf dem Weg nach Rom genutzt wurden. Meist ausgezeichnet markiert, können die lange vergessenen Wege heute problemlos nachgelaufen werden, egal ob als Pilger oder als Wanderer. Die Intentionen einen Jakobsweg zu laufen könnten vielfältiger kaum sein, ob aus religiösem Grund, als sportliche Aktivität, einer Mischung aus beiden oder kulturellem Interesse? Jakobswege am Bodensee sind immer auch Routen zu intensiven Naturerlebnissen, zu interessanten Museen und bemerkenswerten Baudenkmälern – von den frühen Pfahlbauten über Relikte Römischer Besatzungszeiten, zu Zeugen der Romanik, Gotik, Barock oder Moderne. Unterwegs sein auf den Jakobswegen bewegt in einer ganz besonderen, eigenen Art, lässt Raum zur Entschleunigung und Selbstfindung. Für einmal darf schlicht der Weg das Ziel sein.

Wie auch in den beiden anderen Wanderführern sind auch hier alle Routen detailliert beschrieben und mit zahlreichen Farbfotos und viel Hintergrundinformation über Land und Leute, Geschichte, Kunst, Kultur und Geologie aufgepeppt. Karten im Maßstab 1:75.000 mit eingezeichneten Wegverlauf, Alternativstrecken, benachbarten Routen und verorteten Streckenpunkten helfen bei der Orientierung. Piktogramme zeigen Sehenswürdigkeiten, Campingplätze, Strandbäder, Wanderparkplätze und vieles mehr an. …

Beschrieben sind: Neckar-Baar-Weg von Donaueschingen nach Schaffhausen, Thurgauer Klosterweg, Via Beuronensis und Hegauer Jakobsweg von Beuron nach Konstanz und Linzgauer Jakobsweg von Sigmaringen nach Konstanz, Oberschwäbischer Jakobsweg ab Biberach und Münchner Jakobsweg ab Kempten. Anschließend geht die Wanderung weiter auf den beiden Äste der Via Jacobi, dem Schwabenweg ab Konstanz und der St. Galler Route ab Rorschach via Rapperswil zum Kloster Einsiedeln.

Bodensee Strandbäder & Thermen

Passend zur aktuellen Hitzewelle ist seit wenigen Tagen der neuste und aktuellste Führer über die Strandbäder und Thermen am Bodensee erschienen. Mit tatkräftiger Vorarbeit von Borahm Cho wurden 80 bekannte und weniger bekannte Badestellen  rund um den Bodensee beschrieben. Denn was wäre schon eine sommerliche Runde auf dem Bodensee-Radweg oder ein Stadtbummel, ohne sich an heißen Tagen bei einem Sprung ins Nass des drittgrößten Binnensees Mitteleuropas zu erfrischen? Die Palette der „offiziellen“ Badestellen reicht von urigen Naturstrandbädern bis hin zu architektonisch durchgestylten Thermalbädern. Allen gemein sind eine durchweg gut gepflegte Infrastruktur und die ausgezeichnete Wasserqualität. Im Bodensee baden heißt in Trinkwasser baden. Immerhin kommt allein in Baden-Württemberg bei mehr 4 Millionen Menschen, sogar in Stuttgart, ein Stück Bodensee aus dem Wasserhahn. Dank des milden Klimas ist die Wassertemperatur im See zwischen spätestens Juni und mitunter bis in den Oktober hinein angenehm badefreundlich. Wer doch fröstelt, hält sich an Freibäder und kleine Badeseen im Hinterland oder besucht eine der Thermen rund um den See.

Baden im Bodensee hat Tradition. In Lindau, Bregenz, Rorschach und Arbon haben sich Bäder aus den Anfängen der Badekultur erhalten. Schon die Architektur der Badeanstalten ist ein Augenschmaus. Schon in den 20-er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden am Bodensee die ersten öffentlichen Strandbäder eingerichtet. Seinerzeit noch streng getrennt nach Frauen und Männern. Heute geht es weit lockerer zu. Längst sind die von strengen Sittenwächtern überwachten Strandbäder zu Freizeiteinrichtungen mit allem Drum und Dran geworden. Es fehlt in kaum einem Bad an Badeflössen und Rutschen, Spielplätzen und Sprungtürmen. Beachvolleyballplätze und Badmintonnetze sind Standard; Minigolfbahnen, Fußballtore oder Bocciabahnen weit verbreitet. Wer Action sucht wird am Bodensee leicht fündig, wer Ruhe und Entspannung sucht ebenso. Tatsächlich bietet der See für jede Lust und Laune etwas.

Magazin Wanderbares Deutschland 2010

Noch eine Rückkehr. Lange darüber nachdenken war nicht nötig, als Uli Pramann, Lutz Bormann und ich im vergangenen Frühjahr (ganz wandereruntypisch – oder doch nicht?) bei Kaffee und Kuchen auf der “Verlagsveranda” in Aitrang saßen und darüber brainstormten ob wir dem Wanderbaren Deutschland neuen Wind einhauchen wollen. Na klar. Schließlich sind die Hefte auch so etwas wie mein Baby, habe ich mir doch an den (ersten) drei Ausgaben von 2006 bis 2008 die Finger wund geschrieben. Meine Bedenken aus der ehemaligen “Chefredakteursrolle” ins zweite Glied zu rutschen brauchte ich gar nicht erst zerstreuen. Wen kümmern schon Titel – erst recht bei diesem Team? Uli kenne und schätze ich bereits seit einigen Jahren durch die Zusammenarbeit für Artikel im Nature-Fitness Magazin. Lutz war (ist) mein journalistisches Vorbild. In seiner Zeit bei “Berge” und “DAV Panorama” war er ein weit entferntes Wunschziel für meinen zukünftigen Werdegang. Jetzt mit ihm auf Augenhöhe zusammen zuarbeiten ist schon toll.

Nach einem Jahr Pause und mit neuem, journalistischem und freigeistigem Konzept, liegt nach einem halben Jahr Arbeit nun die aktuelle Ausgabe des  Wanderbaren Deutschland in den Kiosken. Ein bisserl Stolz bin ich schon. Die Zusammenarbeit mit den Regionen war so entspannt wie nie. Die einst einem Höllenpfad nicht unähnlichen Korrekturgänge hielten sich in Grenzen oder – kaum zu glauben – fanden praktisch gar nicht statt. Statt seitenweise Änderungen gab es Mails mit Inhalten à la “… schön, dass Sie wieder dabei sind Herr Bichler” oder einem knappen “alles prima!”. Was will man mehr?

Im aktuellen Heft stammen aus meiner Feder die Abschnitte über das Wanderwunder Rheinland-Pfalz (Rheinsteig/Rheinburgenweg, Eifel, Lahntal, Hunsrück, Mosel, Westerwald, Pfälzer Wald, …), Hessen (Rheingau, Ederbergland/Burgwald, Werratal/Hoher Meißner, Fuldatal, Ars Natura, Kasseler Land, …), Thüringen (Oberhof, Jena-Saale, Meiningen, Friedrichroda, Ilmenau, …) und das Saarland. Kleinere Artikel beschreiben die Wandermöglichkeiten in der Samtgemeinde Dobrock, in der Uckermark, im Weserbergland und den bayerischen Wanderzielen Grainau/Zugspitze, Zeugenbergrunde und Erzweg.

Besonders gefreut hat mich die Bereitschaft der Wanderwerkstatt Sauerland aus dem einstigen gestalterischen Flickenteppich einen textlich und optisch ansprechenden elfseitigen Artikel aus einem Guss zu machen. Zehn Partner unter einen Hut zu bringen war nicht ohne Risiko – immerhin mussten diese auf eine prominente Darstellung (mit eigenem Head usw.) verzichten. Die Zusammenarbeit war klasse und das Ergebnis macht mir fast am meisten Freude.

Bodensee Wandern Ost

Das Pendant zum erfolgreichen Wanderführer Bodensee West ist druckfirsch auf dem Markt. Wandern am Östlichen Bodensee steht ab sofort in den Buchläden. Analog zum Band für die Regionen rund um Untersee und Hegau gibt es nun auch 30 Wanderungen zu den landschaftlichen und kulturellen Höhepunkten zwischen Westallgäu, Bregenzerwald, Appenzellerland und ostschweizer Alpenvorland. Darunter finden sich so anspruchsvolle Touren wie der Klettersteig auf den Bocksberg, Pfänderbesteigungen, der Hirschberg oder Berg- und Talwanderungen zwischen Heiden und Trogen. Beschaulicher sind die Halbtagestouren am nördlichen Bodenseevorland zwischen Meersburg, Ravensburg,  Tettnang und Lindau. Nicht fehlen dürfen natürlich auch die Wasserfälle und Schluchten rund um Scheidegg.

Alle Routen detailliert beschrieben und mit zahlreichen Farbfotos und viel Hintergrundinformation über Land und Leute, Geschichte, Kunst, Kultur und Geologie aufgepeppt. Ganzseitige Karten im Maßstab 1:50.000 mit eingezeichneten Wegverlauf, Alternativstrecken, benachbarten Routen und verorteten Streckenpunkten helfen bei der Orientierung. Piktogramme zeigen Sehenswürdigkeiten, Campingplätze, Strandbäder, Wanderparkplätze und vieles mehr an. Tourenprofile mit Zeit-, Kilometer- und Höhenmeterangaben, Unterteilung nach Anforderungen und Kurzcharakterisierung mit Symbolen zeigen was einen erwartet. Eine praktische Spiralbindung sorgt für leichtes Lesen unterwegs. Zusätzliche Strecken- und Höhenprofile, sowie GPS-Daten zum Download und als Ausdruck stehen im Internet bereit.

Auch brandNEU ist der passende Reiseführer Bodensee im gleichen handlichen Ringbuchformat. Reiserouten rund um den Bodensee, in den Hegau und Linzgau, zu den Oberschwäbischen Bädern, ins Westallgäu, Alpenrheintal und in die Ostschweiz werden ausführlich beschrieben. Viele großformatige Bilder, Adressen von Touristinformationen, Hoteltipps, Shoppingtipps, Öffnungzeiten der Sehenswürdigkeiten und Insidertipps runden den Reiseführer ab.

Best of Wandern 2.0

Mit gemischten Gefühlen bin ich vor gut einem dreiviertel Jahr zu einem Treffen mit Verena Weiße in Friedrichshafen gefahren. Ob ich wieder bei Best of Wandern einsteigen wolle? Unter ihrer Führung solle die Kooperation wieder neuen Wind bekommen. Das Produkt hatte mich schon immer überzeugt, die Art der Umsetzung zuletzt umso weniger. Neugier und Vorfreude nach der langen Pause wieder einmal in liebgewonnene Regionen zu fahren haben mich trotz frisch operiertem Fuß nach FN fahren lassen.
Es hat sich in jeder Hinsicht gelohnt!

Shootings und Recherchetrips für die neue Best of Wandern Broschüre führten mich im vergangenen Herbst und Winter wieder einmal in die Ammergauer Alpen, nach Winterberg und in die heißgeliebte Surselva, zudem ins faszinierende Müllerthal in Luxemburg und in den wohlbekannten Hochschwarzwald. Auf dem Programm standen nicht die üblichen Landschaftsbildchen, sondern durchdachte Themenshootings, passend zu spannenden Wanderevents in 2010 in den jeweiligen Regionen. Visuell eingebunden wurden die jeweiligen Herstellerpartner: Da ging es um Eskimovents mit Iglubauen und TUBBS-Schneeschuhtouren zwischen Bad Kohlgrub und Oberammergau, Nachtwanderungen am Feldberg, Outdoor-Camps mit LEKI und Vaude im Sauerland, GPS-Wanderungen über der Rheinschlucht oder Zeiss-Entdeckertouren zwischen den Felstürmen rund um Echternach.

Danke für das Vertrauen, danke für die tolle Zusammenarbeit.
Coole Sache, hat richtig Spaß gemacht!

Skinsix Kalender 2010

Gut eineinhalb Jahre Arbeit – oder besser Spass und Freude – liegen zurück. Jetzt ist der Skinsix Kalender 2010 endlich im Kasten, das Layout ist verabschiedet und ab damit auf die Druckmaschinen. Vielen lieben Dank an Nicole, Shanty, Natascha, Noemi, Svenja, Elena, Krystal, Kaitii, Vanessa, Katharina, Nadine, Stefanie und Léonie. Ihr wart klasse!

Wildweibli.de

In meinem Job kommen und gehen Ideen manchmal schneller als Sommergewitter über dem Bodensee. Eine ist seit Jahren irgendwie immer in meinem Kopf geblieben. Weit hinten zwar, aber doch stets präsent. Die Idee war Fashionshootings im weitesten Sinn ganz oben und ganz unten in den Bergen durchzuführen. Ganz oben auf Gletschern, Felsspitzen, Steinwüsten. Ganz unten in tiefen Schluchten, Urwäldern und unter Wasserfällen. Die Probleme umzusetzen was sich gedanklich entwickelte waren vielschichtig: Wo, mit wem, wann, wie … ?

Wo? Tolle Natur gibt es am Bodensee und in den nahen Alpen zuhauf, nur welche sind dann auch tatsächlich samt Equipment erreichbar und zudem noch fotografisch geeignet? Mit wem? Finden sich Fotomodelle, die entsprechende Strapazen auf sich nehmen, der ‚Location’ gewachsen sind und dann auch noch dazu in der Lage sind der Bildidee Leben einzuhauchen? Und so weiter und so fort.

logo_wildweibli.gifNach anfänglichen recht erfolgreichen Tests an gemäßigten Locations habe ich mich diesen Sommer endlich aufgerafft, habe lange überlegt und gesucht und bin schließlich hinsichtlich Ort und Modelle fündig geworden. Also Termin ausmachen, auf den Wettergott hoffen und loslegen. Szenisch war der auserwählte Ort kaum zu übertreffen, das Wetter leider auch. Gewittergrollen, Regengüsse und schließlich der totale Wettersturz haben ordentlich Dramatik geschaffen. Das dies letztlich das Beste war, was passieren konnte, war zwar so nicht geplant, hat aber außer nassen Klamotten und kalten Füßen auch nicht wirklich geschadet: Wildweibli.de

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Kraftquelle Zillertaler Bergsommer

Weitab von Städten und Straßen, die vor Hitze flimmern, in der Sonne liegen. Gedankenverloren auf einem Grashalm kauen und in die Berge blicken. Wunderbare Momente. Zum Runterkommen und Auftanken. Jeder kühle Luftzug lässt spürbar den eigenen Energiepegel ansteigen. Alpines Höhenklima zeichnet sich durch eine besondere Reinheit der Luft aus. Ab einer Seehöhe von 1500 m bewegt man sich im allergiefreien Bereich, was nicht nur Heuschnupfengeplagten hilft – es begünstigt ganz allgemein das Wohlbefinden und ermöglicht tiefes, freies Durchatmen. Je höher man kommt, desto sauberer wird die Luft. Panoramen weiten sich, und Gipfelerfolge sorgen für Euphorie. …

Weiter geht’s (mit herrlichen Bildern von Bernd Ritschel) in der neuen Ausgabe von NATURE FITNESS.

Wandern am Bodensee und Bodensee-Radweg

botour_rafu_wafu.jpgAnfang April erscheinen bei der Bodensee-Tourismus Service GmbH meine zwei neuen Freizeitführer für die Region Bodensee:

WANDERN am Westlichen Bodensee beschreibt 30 ausgesuchte und vor Ort abgewanderte Touren zwischen Linzgau, Hegau, Weinland und Untersee. Klassiker wie die Wanderungen durch den Aachtobel oder der Burgenweg über die Hegauvulkane fehlen ebenso wenig, wie bisherige Geheimtipps. So ist man etwa am Stammerberg oder an der Homburg über Stahringen selbst an klaren und sonnigen Herbsttagen oftmals alleine unterwegs. Seewanderungen, Schluchtenabenteuer und Burgenromantik sind als Halb- und Tageswanderungen unterteilt.

RADFAHREN auf dem Bodensee-Radweg beschreibt Deutschlands beliebtesten Radweg rund um den Bodensee in 8 Etappen. 5 Extratouren durch den Linzgau zum Schloss Salem, ins Tettnanger Hopfenland, ins Appenzellerland, nach Schaffhausen und zum Rheinfall und auf die Insel Reichenau bieten zusätzliche Tourenmöglichkeiten.

In beiden Führern sind alle Routen detailliert beschrieben und mit zahlreichen Farbfotos und viel Hintergrundinformation über Land und Leute, Geschichte, Kunst, Kultur und Geologie aufgepeppt. Ganzseitige Karten im Maßstab 1:50.000 mit eingezeichneten Wegverlauf, Alternativstrecken und benachbarten Routen helfen bei der Orientierung. Piktogramme zeigen Sehenswürdigkeiten, Campingplätze, Strandbäder, Wanderparkplätze und vieles mehr an. Tourenprofile mit Zeit-, Kilometer- und Höhenmeterangaben, Unterteilung nach Anforderungen und Kurzcharakterisierung mit Symbolen zeigen was einen erwartet. Eine praktische Spiralbindung sorgt für leichtes Lesen unterwegs. Zusätzliche Strecken- und Höhenprofile, sowie GPS-Daten zum Download und als Ausdruck stehen im Internet bereit.

Beide Bücher haben 128 Seiten, kosten € 9,95 (SFr. 16,50) und sind ab Anfang April über den Buchhandel, bei Hotels, Campingplätzen, Kiosken und beim Verlag erhältlich.

Thüringens Topwege

Mit der neuen SaaleHorizontale gibt es jetzt in Thüringen schon neun “Qualitätswege Wanderbares Deutschland” und einen Premiumweg – das ist Spitze in Deutschland. Für NATURE-FITNESS habe ich den Wanderspaß in der grünen Mitte unserer Republik beschrieben.

Letzte Nebelschwaden ziehen am frühen Morgen noch durch dichte Wälder, klammern sich an knorrige Äste und verlieren doch den Kampf gegen die Sonne. Zeit zum tiefem Durchatmen, zum Stiefel schnüren und Loswandern. Mit jedem Schritt fällt ein Stück Last ab, der Alltagsstress kann nicht mehr mithalten, bleibt bald weit zurück und gibt schließlich auf. Ein würziger Duft aus Tannenharz und feuchtem Moos erfüllt die Luft. Über den Baumwipfeln ist der Ruf eines Bussards zu hören. Irgendwo raschelt es im Unterholz. Blumen malen bunte Tupfer in grüne Wiesen. Einsame Hochmoore und dichte Fichtenwälder liegen am Weg, sie scheinen etliche Geheimnisse zu hüten. Wer nie auf dem Rennsteig gewandert ist, wird uns wahrscheinlich kein Wort glauben.

Wandern in Thüringen – das heißt für viele automatisch: Rennsteig. Dieser Thüringer Vorzeigeweg, 2008 zum »Qualitätsweg Wanderbares Deutschland« geadelt, ist noch immer die bekannteste Route im Wanderland Thüringen. Und das seit 1330. Natürlich war der »Rynnestig« damals kein Wanderweg im heutigen Sinne, sondern Grenzweg über den zentralen Hauptkamm von Thüringer Wald, Frankenwald und Thüringer Schiefergebirge. Der exponierte Verlauf über die höchsten Berge im Herzen Deutschlands ist jedoch nur einer der Gründe, warum der Rennsteig so beliebt ist. Eine Mischung aus Naturerlebnis, Kultur, geologischen Phänomenen, dem Wissen auf Deutschlands ältestem Wanderweg zu wandern und viel Tradition machen den Charme des Rennsteigs aus. So ist es bis heute Brauch, am Beginn der Tour einen Stein aus der Werra aufnehmen, bis zum Ende an der Saale in seiner Tasche zu tragen und ihn dort wieder ins Wasser zu werfen. Wer es so macht, dem steht zukünftig das Glück zur Seite. Eine wunderbare Verheißung …

… weiter geht es in der neuen Ausgabe von Nature-Fitness, ab 20.3. am Kiosk.

Artikel im heftintegrierten 16-seitigen Magazin zum Wanderbaren Deutschland: Thüringens Topwege, Tabarz-Friedrichroda-Finsterbergen, Werra-Burgen-Steig, Nachrichten aus dem Wanderland Deutschland, ein Interview mit Petra Hedorfer (Vorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus) und News vom Bodensee Wanderpark.